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Methoden & Techniken

Methoden


Im Arbeitspaket 4 sollen in Zusammenarbeit mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, Vereinen und Verbänden visuelle Informationsformate (basierend auf Augmented Reality-Anwendungen) zum Zustand und zur Entwicklung der Kohlenstoffspeicher in Nord- und Ostsee entwickelt werden. Dabei werden die Informationsbedürfnisse der Stakeholder untersucht sowie die rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen von Entscheidungsprozessen analysiert. Die visualisierten Informationsformate sollen Entscheidungsträgern helfen, die Auswirkungen bestimmter Entwicklungen und Entscheidungen auf Grundlage wissenschaftlicher Analysen besser zu erfassen.

Im Prozess der Stakeholder-Identifizierung und -analyse sowie der Entwicklung und Evaluierung der Informationsformate wird der Living Lab-Ansatz verwendet. Hierbei handelt es sich um ein „Labor“ zur Erprobung sozialer und technologischer Innovationen unter möglichst realistischen Bedingungen – also in der eigentlichen Arbeitsumgebung der Zielgruppe.

Der Ansatz erlaubt eine systematische Interaktion zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und ermöglicht es den agierenden Akteuren, maßgeschneiderte Lösungen gemeinsam zu entwickeln. Dies erfordert nicht nur eine enge Einbindung gesellschaftlicher Akteure von Beginn an, sondern auch die Einbindung der wissenschaftlichen Expertise.

Typischerweise werden drei Phasen unterschieden: 1.) Explorieren, 2.) Experimentieren und 3.) Evaluieren:

1. Phase des Living Labs: Identifizierung und Analyse der relevanten Stakeholder, Analyse der rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen sowie der Entscheidungsprozesse, in denen die Schlüsselakteure handeln (Unter welchen Rahmenbedingungen werden durch wen welche Entscheidungen getroffen?)

Hierbei werden Methoden wie System Dynamics Modeling sowie Interviews und Workshops mit den Schlüssel-Stakeholdern angewandt.

Dabei werden „What-if“-Szenarien entwickelt: Wie verändern sich Entscheidungen, wenn die Entscheidungsträger zum Beispiel zusätzliche Informationen zum Einfluss des Nährstoffeintrags aus Flüssen auf die Kohlenstoffspeicherung im Meer erhalten? Wie verändern sich die Entscheidungen, wenn die Informationen in visueller Form durch digitale Augmented-Reality (AR)-Anwendungen bereitgestellt werden?

2. Phase: Experimentieren mit einer hoch-innovativen AR-Anwendung. AR bietet die Möglichkeit, komplexe Zusammenhänge und große Datenmengen sehr anschaulich zu visualisieren. Die Optionen für mögliche AR-Anwendungen werden ermittelt und können von einfachen Darstellungen auf Tablets bis hin zu 3D-Brillen reichen.

Mit den AR-Anwendungen werden die „What-if“-Szenarien visualisiert und die Auswirkungen bestimmter Entwicklungen und Entscheidungen dargestellt. Zum Beispiel: Wie wirkt sich ein verändertes Düngemanagement in der Landwirtschaft auf die Nährstoffkonzentrationen im Meer und letztlich auf die marinen Kohlenstoffspeicher aus?

Anschließend werden die AR-Anwendungen mit den Stakeholdern getestet und basierend auf deren Feedback schrittweise verbessert.

3. Phase: umfassende Evaluation des AR-Prototypen sowie des gesamten Stakeholderprozesses

Hierbei werden einerseits der Umgang und die Erfahrungen mit dem entwickelten AR-Prototypen mittels Nutzerfeedbacks evaluiert, das durch Fragebögen und Workshops ermittelt wird.

Die Evaluation bezieht sich außerdem auf den gesamten Stakeholder-Prozess und findet prozessbegleitend statt. Dabei geht es um Fragen zur ausreichenden Transparenz, Kommunikation und Vollständigkeit: werden alle rechtzeitig und ausreichend informiert, sind alle relevanten Stakeholder involviert?

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